Die geschützte Werkstätte CLS

Mit dem Greenboarder wollen wir nicht nur einen Beitrag in Richtung ökologische Nachhaltigkeit leisten, sondern uns lag auch das soziale Engagement am Herzen. Produziert und verschickt wird der Greenboarder deshalb von Mitarbeitern der geschützten Werkstätte CLS in Mailand, die außerdem Experten im Bereich Kartonverarbeitung sind. Lesen Sie hier mehr über die Werkstätte (in italienischer Sprache).

 

„Die Arbeit in der Werkstätte ist ihr Leben“

Interview mit dem Direktor der geschützten Mailänder Werkstätte CLS Livio Pagnoncelli

Herr Pagnoncelli, wie ist die geschützte Werkstätte eigentlich entstanden? 
Die Werkstätte wurde vor mittlerweile 30 Jahren gegründet. Es waren Eltern von Kindern mit Behinderungen, die den Wunsch hatten, eine einfache, aber sinnvolle Tätigkeit für ihre Liebsten zu finden. Also gründeten sie diese Genossenschaft, und schufen dadurch nicht nur neue Arbeitsplätze, sondern gaben ihren eigenen Kindern auch das Gefühl, gebraucht zu werden. Die Seele der Genossenschaft ist ihr Präsident, Manager eines großen Unternehmens und selbst Vater eines benachteiligten Kindes. Etwa sechs Monate nach der Eröffnung kam ich als Direktor dazu. Der Wunsch nach einer Veränderung war sehr groß, also zögerte ich nicht lange, als ich das Angebot bekam.

Und wo steht die Werkstätte heute?
Heute sind wir 54 Mitarbeiter und einige Praktikanten. Davon leiden 36 an einer Behinderung. Die Tätigkeiten in der Werkstätte sind in drei Bereiche unterteilt: Kartonverpackungen für die Industrie, Kartontechnik und Digitaldruck. Im Bereich der Kartontechnik stellen wir verschiedenste Aufsteller für den Verkaufsbereich her, Totem und in Kombination mit unserem Digitaldrucker, den tollen Displaybanner Greenboarder. Unser Vorteil ist, dass wir schlüsselfertige Produkte anbieten, von der Planung bis zur Produktion.

Erzählen Sie uns von einem Ihrer tollsten Projekte!
Da gibt es viele, und sicherlich zählt auch Greenboarder zu jenen Projekten, wo wir ganz besonders stolz drauf sind, dass wir die Produktion übernehmen durften. Und es handelt sich dabei auch um ein sehr langfristiges Projekt. Als weiteres tolles Beispiel ist vielleicht noch die Kartonbox zu nennen, die wir für den bekannten Konsumgüterhersteller BIC hergestellt haben. Insgesamt 35.000 Kugelschreiber-Etuis haben wir dem Unternehmen geliefert.

Und wie ist eigentlich das Projekt Greenboarder entstanden?
Der Designer Antonio Lanzillo ist auf uns zugekommen. Er wusste, dass wir Experten im Bereich Kartontechnik sind und kam mit der Idee zu uns, eine Verpackung für traditionelle Bannerdisplays zu fertigen. So entstand die Idee eines Werbebanners, der vollkommen aus Karton besteht. Eine genaue Vorstellung, wie das ganze ausschauen und umgesetzt werden könnte, hatte er noch nicht. Aber dank seiner Kreativität und unserer technischen Expertise sind wir dann schließlich auf einen – im wahrsten Sinne des Wortes – grünen Zweig gekommen. Von der Idee zum Produkt ist etwa ein Jahr vergangen.

Und wie haben die Mitarbeiter diesen neuen Auftrag aufgenommen?
Unser Team stanzt das Display, druckt das Bannerblatt aus und verpackt das fertige Produkt. Für sie macht es allgemein keinen Unterschied, welches Produkt sie gerade zusammenstellen. Sie sind über jeden neuen Auftrag dankbar und freuen sich, wenn sie etwas Neues dazulernen. Viele von ihnen haben in ihrem Privatleben kaum die Möglichkeit, soziale Kontakte zu knüpfen, deswegen gehen sie die Arbeit hier auch voller Energie und mit viel Enthusiasmus an. Die Arbeit gibt ihnen Kraft, sie ist ihr Leben. Durch den Arbeitsrhythmus vergessen sie ihre Behinderung und fühlen sich gleichberechtigt und vor allem gebraucht. Deshalb arbeite ich auch so gerne mit ihnen, sie geben mir mit ihrer Freude an der Arbeit so viel zurück.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Werkstätte?
Ich wünsche mir, dass sie wächst, und wir dadurch noch mehr Menschen mit Behinderung die Möglichkeit geben, einer Arbeit nachzugehen. Der Arbeitsmarkt in Italien steckt nämlich schon seit einiger Zeit in einer tiefen Krise, und die ersten, die diese Krise trifft, sind eben Mitarbeiter dieser so genannten geschützten Kategorien.

 

 

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